Der Kunst-LK macht Tiefdruck

In den vergangenen acht Wochen beschäftigten wir, der Kunst-LK, uns intensiv mit dem Tiefdruckverfahren der Ätzradierung in Kombination mit der Aquatinta-Technik.

Ziel des Projekts war die Gestaltung einer eigenen Druckgrafik, wobei die Motive aus unterschiedlichen Themenbereichen gewählt werden konnten. Die meisten beschäftigten sich mit dem Thema „Close up – zwischen Wissenschaft, Ästhetik und Imagination“, bei dem es darum ging, durch die Vergrößerung eines Details eine eigene, zum Teil abstrakt wirkende Bildwelt entstehen zu lassen. Aber auch Landschaften oder Gemälde dienten als Ausgangspunkt der Arbeit. Dadurch entstanden zahlreiche individuelle Arbeiten mit ganz unterschiedlichen Themen und Bildideen.

Im Verlauf des Projekts lernten wir die einzelnen Arbeitsschritte einer Ätzradierung kennen – von der Entwicklung einer Bildidee über die Vorbereitung und Bearbeitung der Druckplatte bis hin zum eigentlichen Druckprozess. Zu Beginn übertrugen wir unser Motiv auf eine zuvor mit Asphaltlack bestrichene Zinkplatte und ritzten die Linien anschließend mit einer Radiernadel ein, wodurch der Lack entfernt und das Zink freigelegt wurde. Danach wurde die Platte für 45 Minuten in ein Säurebad gelegt, wo die Säure die freigelegten Linien vertiefte. Anschließend wurde die Platte gesäubert, vom Asphaltlack befreit und mit Druckfarbe versehen. Mit Wischgaze wurde die überschüssige Farbe wieder entfernt, sodass diese nur in den geätzten Linien stehen blieb. Nun wurde gedruckt, wobei wir stets in Gruppen arbeiteten, denn dabei musste alles stimmen. Das dicke Büttenpapier wurde bereits am Vortag gewässert, sodass die Farbe besser eindringen konnte. Viele wendeten anschließend noch die Aquatinta-Technik an. Diese ermöglichte es uns, verschiedene Graustufen und flächige Schattierungen zu erzeugen, wodurch unsere Arbeiten an Ausdruckskraft und Tiefe gewannen.

Um unsere praktischen Erfahrungen zu erweitern und einen Einblick in die professionelle Arbeit mit Druckgrafik zu erhalten, besuchten wir am 18. Mai eine auf Tiefdruckverfahren spezialisierte Grafikwerkstatt im Sionstal in Köln. Unter der fachkundigen Anleitung von Jutta Vollmer konnten wir das Tiefdruckverfahren durch eine weitere Anwendung mit Tetrapack-Verpackungen, deren innere Aluminiumschicht mit Radiernadeln bearbeitet werden kann, vertiefen. Dadurch entstanden viele schöne, kleinere Arbeiten. Zudem gab sie uns Tipps und Feedback zu unseren Werken und ermöglichte es uns, unsere Motive noch einmal in unterschiedlichen Farben zu drucken. Auch über die handwerklichen und künstlerischen Aspekte der Radierung erfuhren wir noch mehr. Begeistert erzählte sie uns von ihren alten Druckerpressen und von ihren Erfahrungen mit dem Drucken.

Hier könnt ihr einen Eindruck von der Werkstatt gewinnen:

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Das Projekt hat uns nicht nur die anspruchsvollen technischen Prozesse der Druckgrafik nähergebracht, sondern auch gezeigt, wie viel Geduld, Präzision und Kreativität in einer künstlerischen Arbeit stecken. Die entstandenen Drucke spiegeln die Vielfalt unserer Ideen wider und geben einen Einblick in die faszinierenden Möglichkeiten der Ätzradierung mit Aquatinta.

Falls wir euer Interesse geweckt haben, könnt ihr euch gerne unsere Werke beim diesjährigen Sommerfest am 4. Juli anschauen oder Jutta Vollmer in der Grafikwerkstatt besuchen. Sie teilt gerne ihr umfangreiches Wissen über die Technik des Druckens.

Website: https://www.graphikwerkstatt.de
Instagram: @koelnergraphikwerkstatt

Mieke Mersch, Elisa Rosenkranz und Isabell Seifert

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