Erstmals mit der ganzen Jahrgangsstufe
(BEF/BUR) Vom 2.- 6. März besuchte die Jahrgangsstufe EF die KZ-Gedenkstätte Dachau.
Aufgrund der Größe wurde die Stufe getrennt, so dass sich die Schüler*innen jeweils drei Tage vor Ort mit Nationalsozialismus und Shoah auseinandersetzen konnten. Begleitet von einem Workshop-Team konnten sie Schüler*innen das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers besichtigen, unter anderem restaurierte Baracken betreten und sich im Museum informieren. Ein besonders bewegender Moment war das Zeitzeugengespräch mit dem 97-jährigen Holocaustüberlebenden Abba Naor.
Die Eindrücke der Dachaufahrt haben viele Lernende tief bewegt – einige von ihnen schildern ihre Gedanken dazu wie folgt:
„Ich finde die Dachaufahrt wichtig, weil wir in Deutschland gerade wieder einen Umschwung nach rechts haben.“ Paul
„Ich werde ziemlich lange an die Bilder denken, die ich da gesehen habe. Vor allem von den Experimenten, die da durchgeführt wurden. Und ich finde es bis heute sehr unsensibel, dass man die Ergebnisse daraus heute noch verwendet, z. B. wie viel Druck ein Mensch aushält oder ab welcher Temperatur man unterkühlt.“ Theo
„Ich denke, dass mir auf jeden Fall das Zeitzeugengespräch am meisten im Kopf bleiben wird, weil das einfach mega interessant war, so eine Persönlichkeit kennenlernen zu dürfen und seine Geschichte zu hören. Aber auch der Besuch im Konzentrationslager an sich, weil man sich so vor Augen geführt hat, was für Geschichten an dem Ort passiert sind und wir einfach auf dem gleichen Boden gelaufen sind, wo so schreckliche Dinge passiert sind. Das fand ich sehr bewegend.“ Leni
„Ich finde es wichtig, dass man die Dachaufahrt mit der gesamten Stufe macht, weil manche Menschen nicht so viel Interesse an Geschichte haben, aber man sollte trotzdem darüber Bescheid wissen.“ Luzie
„Die Dachaufahrt war interessant, extrem und prägend. Vor allem, weil man wahrscheinlich ein Zeitzeugengespräch nie wieder haben wird und sowas immer seltener wird.“ Jonah
„Ich dachte, bevor ich in die Gedenkstätte gekommen bin, dass es für mich wie ein Museumsbesuch wird. Aber als ich durch das Tor gegangen bin, hatte ich voll das mulmige Gefühl danach in meinem Magen und konnte mir viel besser vorstellen, was da alles passiert ist. So ist es viel greifbarer als durch Dokus oder den Unterricht.“ Lotte
„Also bevor man auf die Dachaufahrt fährt, weiß man ja schon durch die Schule sehr viel über das Thema. Aber wenn man alleine im KZ sich Dinge durchliest, kann man sich das nochmal viel besser vorstellen.“ Mathilda
„Das Gespräch mit Abba Naor hat mich sehr bedrückt und auch wirklich getroffen. Die Dachaufahrt ist essenziell, alle Schulen sollten sie machen, damit die Leute mal überdenken, was sie wählen und dass man einfach nicht vergisst, was noch vor nicht einmal 100 Jahren in Deutschland passiert ist.“ Noah
„Es war schockierend, was man dort gesehen hat. Es ist wichtig, dass man aus den Fehlern lernt, damit es sich nicht wiederholt. Das hat der Zeitzeuge auch betont: Wir sollen nicht aufhören, zu lernen, die Geschichte aufzuarbeiten und niemals vergessen. Das ist die Aufgabe unserer Generation.“ Jasper
„Die Dachaufahrt war unfassbar wichtig und aufklärend und mahnend.“ David und Tom
„Das Zeitzeugengespräch wird mir am meisten im Kopf bleiben. Ich habe am Ende auch nochmal mit Abba Naor persönlich reden können, das fand ich, nachdem man das Krematorium und die Gaskammer gesehen hat, echt krass.“ Simon
„Ich denke, jeder sollte über die deutsche Vergangenheit Bescheid wissen. Wenn man vor Ort ist, kann man sich alles einfach besser vorstellen, was man vorher im Geschichtsunterricht besprochen hat, auch wenn es immer noch unvorstellbar ist. Und gerade in Bezug auf die heutigen politischen Ereignisse ist es super wichtig darüber Bescheid zu wissen.“ Emma
„Besonders beim Zeitzeugengespräch habe ich darüber nachgedacht, dass wenn jede Person auf der Welt das hört, Antisemitismus und Nationalsozialismus keine Chance hätten.“ Levi
Wie eindrücklich der Besuch erlebt wurde, zeigt auch eine anonymisierte Umfrage unter den beteiligten Schüler*innen: 96 % sind der Meinung, dass eine Studienfahrt zur KZ-Gedenkstätte Dachau ein obligatorischer Bestandteil der Einführungsphase sein sollte. Auch darüber hinaus zeigt sich der positive Eindruck der Fahrt deutlich: 100 % der Schüler*innen nahmen das Klima innerhalb der Gruppe als positiv wahr – ein Zeichen dafür, wie bereichernd es sein kann, gemeinsam Geschichte zu lernen, Eindrücke zu teilen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
