... und spricht zum 5. Mal am Schiller über den Kindertransport 

(KM) Wer hätte gedacht, dass Henny Franks – mittlerweile stolze 96 Jahre – die Reise von London nach Köln noch einmal auf sich nimmt. Was für ein Glück, dass alle Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse Henny live in der Aula erleben konnten.

Denn es ist ein Erlebnis, dieser agilen Dame zuzuhören, die trotz schlimmster NS-Erfahrungen, stets optimistisch und ein kölsches Mädchen geblieben ist. Mit 15 Jahren ist Henny zusammen mit ihren Geschwistern auf einem Kindertransport nach England gerettet worden und konnten dadurch Hitlers antisemitischer Vernichtungspolitik entkommen. Ihrem Vater, sowie vielen weiteren Familienmitgliedern, ist die Flucht leider nicht gelungen, sie sind in Konzentrationslagern ums Leben gekommen. 

Köln ist Henny stets sehr verbunden geblieben und dank Herrn Dr. Lemaire, Schulreferent des Evangelischen Stadtkirchenverbands sowie ehrenamtlicher Mitarbeiter der Jawne, ist sie mittlerweile seit sieben Jahren an Kölner Schulen zu Gast. Herr Dr. Lemaire war auch derjenige, der Henny anhand von Originalbildern sowie Textquellen, durch das Gespräch geleitet hat, sodass die Schillerianer einen sehr guten Einblick in Hennys Leben bekommen konnten. Schülerinnen und Schüler des Differenzierungskurses Englisch-Geschichte 9, die sich im Unterricht intensiv mit dem Kindertransport sowie einzelnen Biographien der „Kinder“ auseinandergesetzt haben, stellten zum Abschluss noch persönliche Fragen an Henny.

Nun bleibt zu hoffen, dass dies nicht Hennys letzter Besuch am Schiller war und wir sie 2020 zum 6. Mal begrüßen können. Nach den jüngsten Ereignissen in Halle ist es wichtiger denn je, sich die Gräueltaten der Nationalsozialisten mahnend in Erinnerung zu rufen und gegen dieses gefährliche Gedankengut anzukämpfen.