Erinnerungsstationen zum Nagelbombenanschlag

(BUR) Wie erinnert man an ein Ereignis wie den Nagelbombenanschlag in der Kölner Keupstraße? 

Mit dieser Frage beschäftigten sich Schüler*innen der EF des Schiller-Gymnasiums im Rahmen eines Unterrichtsprojekts zur Erinnerungskultur.

Im Kontext des Unterrichtsvorhabens zur Migration und der Geschichte der türkischen Arbeitsmigration nach Deutschland beschäftigten sich die Schüler*innen mit dem Nagelbombenanschlag des NSU in der Kölner Keupstraße. Dabei ging es um die Fragen, was Menschen heute über den Anschlag wissen, welche Rolle Erinnerung spielt und wie an rassistische Gewalt erinnert werden sollte. Dafür führten die Schüler*innen eigene Interviews mit Passant*innen in Sülz durch und werteten diese anschließend aus.

Der Höhepunkt des Projekts war eine Exkursion zur Ausstellung „Von der Nagelbombe bis zum Mahnmal“ in der Schanzenstraße, unweit der Keupstraße. Dort entwickelten die Schüler*innen eigene Konzepte für eine Ausstellungsstation, in welchen die Interviewaussagen mit historischem Kontext, Audioelementen und interaktiven Formaten kombiniert werden. Besonders spannend: Die Konzepte entstanden nicht nur als Unterrichtsaufgabe, sondern mit der Perspektive, dass einzelne Ideen tatsächlich Teil der Ausstellung werden.

Durch den lokalen Bezug wurde Geschichte für die Schüler*innen unmittelbar greifbar. Zugleich erhält das Projekt eine besondere Bedeutung für die Demokratiebildung: In der handlungsorientierten Projektarbeit setzten sich die Schüler*innen durch die Entwicklung eigener Beiträge aktiv mit gesellschaftlicher Verantwortung für ein demokratisches und vielfältiges Zusammenleben auseinander. 

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Fotos: (c) Karmen Frankl