Eine Reise durch die Welt der Infektionsmedizin
(FA) Im Rahmen des 17. Kongresses für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin war das Junge-Infektionsmedizin-Team zu Gast am Schiller.
„Sie haben heute Nachtdienst in der Notaufnahme!“ – mit diesem Satz begann für die Q1 die außergewöhnliche Biologiestunde bei Frau Faßbender.
Anhand eines Fallbeispiels erläuterten David Tobys, Julia Fürst und Viktoria Schneitler, welche Abläufe von der Aufnahme eines Patienten in der Notaufnahme bis hin zur Therapie und Entlassung erforderlich sind. Dabei betonten sie, dass eine zuverlässige und gewissenhafte Teamarbeit die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung ist.
Ausgehend von fünf Warnzeichen – Kopfschmerzen, Erbrechen, Nackensteife, 39,5 °C Fieber und Petechien – war schnelles Handeln gefragt. Es galt, zwischen Pneumokokken, Listerien, viraler Meningitis oder sogar einer Hirnblutung zu unterscheiden. Der Biologieraum verwandelte sich dabei in ein kleines Labor: Gemeinsam untersuchten die Schülerinnen und Schüler, welcher Erreger die Symptome verursacht hatte und welche Therapie erforderlich wäre. Anhand eines fiktiven Blutbildes wurden verschiedene Laborparameter ausgewertet sowie deren Bedeutung für die Diagnosestellung erläutert.
Die Schülerinnen und Schüler führten vier praktische Arbeitsschritte durch, um die Diagnose zu stellen: Abstriche der vorbereiteten (selbstverständlich abgetöteten) Erreger wurden mit Kristallviolett gefärbt, mit Lugol'scher Lösung fixiert, mit Alkohol entfärbt und anschließend mit Safranin gegengefärbt.
Die Diagnose lautete: Unser Patient war mit Meningokokken infiziert.
Zu dieser erlebnisreichen, lehrreichen und anschaulichen Biologiestunde äußerten sich die Schülerinnen und Schüler wie folgt:
Lucy H.
„Mir hat der Unterrichtsbesuch sehr gut gefallen, weil wir nicht nur etwas über Infektionskrankheiten und Bakterien gelernt haben, sondern auch selbst praktisch arbeiten durften. Besonders spannend fand ich, dass wir Bakterienkolonien von Petrischalen mit Nährmedium entnehmen und anschließend selbst untersuchen konnten. Dabei haben wir verschiedene Färbungen durchgeführt und die Proben danach unter dem Mikroskop betrachtet.
Interessant fand ich vor allem, dass wir anhand der roten oder blauen Färbungen selbst herausfinden sollten, ob die Bakterien grampositiv oder gramnegativ sind und welche Form sie haben, zum Beispiel ob es Kokken oder Stäbchen sind.“
Thea K.
„Ich habe den Besuch als sehr positiv und lehrreich wahrgenommen. Die Experimente waren realitätsnah und es war spannend, selbst aktiv zu werden, die Bakterien zu untersuchen und das eigene Ergebnis anschließend unter dem Mikroskop betrachten zu können. Außerdem war es extrem interessant, mehr über eine Krankheit zu erfahren, gegen die man zwar geimpft wird, über die man aber sonst nur wenig weiß.“
Nathan R.
„Ich wusste im Vorfeld gar nicht so genau, was da passieren wird, und war vollkommen überrascht, dass wir so viel selbst machen durften. Es war ein sehr interessanter und seltener Einblick in die Medizin, auch im Hinblick auf berufliche Möglichkeiten. Außerdem hat das super freundliche Team die kurze Zeit perfekt genutzt.“
Anouk M.
„Ich finde, die Unterrichtseinheit war sehr lehrreich und interessant. Wir haben viele verschiedene Dinge über den Bereich der Infektionsmedizin erfahren. Besonders überzeugt hat mich, dass wir trotz unserer geringen Vorkenntnisse einen sehr guten Einblick bekommen haben und auch selbst praktisch arbeiten konnten.“
Noa B.
„Ich fand die praktische Arbeit spannend und konnte einen Eindruck gewinnen, welche Prozesse bei einem Notfall im Krankenhaus ablaufen. Ich bin jetzt noch mehr beeindruckt von diesem komplexen Zusammenspiel verschiedener Fachkräfte und habe auf praktische Weise gelernt, wie wichtig Impfungen für unsere Gesellschaft sind.“
Ayden P.
„Der Unterrichtsbesuch war durch den hohen Praxisanteil extrem spannend und lehrreich. Das eigenständige Färben und Mikroskopieren der Bakterien sowie die detaillierten Einblicke in die Arbeit der medizinischen Forschung haben mich besonders angesprochen.“
Das Ziel des Netzwerks Infektionsmedizin ist es, Schüler*innen einen Einblick in die theoretischen Grundlagen und insbesondere in die praktischen Aspekte der mikrobiologischen Diagnostik zu ermöglichen. Im Mittelpunkt steht dabei die Gramfärbung als grundlegende Methode zur Unterscheidung von Bakterien. Anhand eines klinischen Fallbeispiels wurden die Diagnostik und das Management einer Meningokokken-Infektion erarbeitet. So konnten die Schüler*innen nachvollziehen, wie mikrobiologische Befunde und klinische Entscheidungen im medizinischen Alltag ineinandergreifen. Darüber hinaus standen die Themen Hygiene, Infektionsprävention und der verantwortungsvolle Einsatz von Antibiotika im Fokus.
Die Rückmeldungen der Schüler*innen zeigen deutlich, dass das Ziel, einen praxisnahen Einblick in die Arbeit der Infektionsmedizin und Mikrobiologie zu vermitteln und gleichzeitig Interesse an medizinischen sowie naturwissenschaftlichen Berufsfeldern zu wecken, voll und ganz erreicht wurde.
Unser besonderer Dank gilt stellvertretend Frau Dr. med. Viktoria Schneitler, Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie mit den Zusatzweiterbildungen Infektiologie und Notfallmedizin (DTM&H) sowie ABS-Expertin, die die gesamte Organisation dieses Unterrichtsbesuchs übernommen hat.
Wer mehr über das Netzwerk Infektionsmedizin erfahren möchte, findet weitere Informationen unter: https://www.netzwerk-infektionsmedizin.de/