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Inspiriert von Franz Ferdinand Wallraf

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Zeitkapsel vergraben unter dem Fundament des Neubaus

(FX) Am 30. November war es soweit. Die lange geplante Zeitkapsel wurde unter die Erde gebracht.

Wir erinnern uns: Am Ende des letzten Schuljahres hatten sich die beiden Geschichtskurse der Einführungsphase (EF) vom einzigen Kölner Erzbürger, Franz Ferdinand Wallraf, inspirieren lassen.

Franz Ferdinand Wallraf, Namensgeber des bekannten Kölner Museums, lebte von 1748 bis 1824. In den dra­ma­ti­schen Jahren der Napoleonischen Besatzung Köln versuchte er, da die Franzosen zahllose Kirchen, mittel­al­ter­liche Gebäude etc. abrissen, an Kölner Kulturgütern zu retten, was er nur konnte. Er sammelte wie be­ses­sen alles, was mit der Geschichte Kölns verbunden war. So enthielt seine Sammlung römische Aus­gra­bungs­stücke, ver­schie­den­ste mittelalterliche Gemälde, religiöse Kunstwerke, Handschriften und frühe Drucke, Münzen, Fossilien, aber auch historische Waffen und Plastiken.

Ebenfalls wurde Wallraf prägend für das Kölner Stadtbild bis heute, da er an vielen stadtplanerischen Maßnahmen beteiligt war. Wallraf wurde nach seinem Tod auf dem Melaten-Friedhof beigesetzt, an dessen Gestaltung Wallraf maßgeblich mitgewirkt hatte.

Er vermachte seine Sammlung der Stadt Köln. Deren Sichtung und Katalogisierung dauerte dann fast zwei Jahre – für Kölner Verhältnisse also recht schnell. Die Stadt stellte seine Sammlungen zuerst von 1827 bis 1860 im „Wallrafianum“ in der Trankgasse 7 aus. Aus diesem ersten Museum gingen viele Kölner Museen hervor. Der größte Teil der Sammlung befindet sich heute im Wallraf-Richartz-Museum. Die Handschriften von Wallraf befinden sich im Historischen Archivs der Stadt Köln. Sie konnten nach dem Einsturz des Archivgebäudes 2009 nahezu vollständig geborgen und identifiziert werden. Wallrafs Bibliothek mit ca. 14.000 Drucken des 15. bis 19. Jahr­hun­derts befindet sich heute in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln, an der Wallraf als prägende Figur lange Jahre gewirkt hatte.

Zeitkapsel03Die beiden EF-Kurse des Schiller-Gymnasiums haben nun den Gedanken Wallrafs aufgegriffen, dass er stets überlegen musste, was für seine Heimatstadt so aus­sa­ge­kräf­tig war, dass es erhaltenswert war. Sie haben Texte verfasst, Lieder gesammelt, Bilder ausgewählt etc., die sie für so aus­sage­kräf­tig für ihre Zeit hielten, dass diese eben in ihren Augen erhaltenswert waren.

Diese Texte, Bilder, Lieder wurden auf einem Stick ge­sam­melt und gut verpackt als digitale Zeitkapsel in einer Weih­nachts­keks­dose unter den Fundamenten des entstehenden Neubaus am Schiller-Gymnasium vergraben. Diese Aufgabe wurde vom aktuellen Leis­tungs­kurs Geschichte der Q1 übernommen. Schüler*innen des Schiller und des Elisabeth-von-Thüringen Gymnasiums fügten dem Stick eigene Bei­trä­ge hinzu und nahmen schließlich Spaten bzw. Schaufel zur Hand.

Die Schüler*innen bedanken sich bei Frau Anna Strelnikova, die im letzten Schuljahr einen der beiden EF-Kurse betreut hat. Ihr Dank gilt auch Frau Julia Wagener und Frau Jana Rüttgers, die das Projekt „Wallraf digital“ bei der Redaktion LESE­PUNKTE vom Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL) der Universität zu Köln betreuen und mit uns zu­sam­men­ge­ar­bei­tet haben. Bedanken möchten alle Schüler*innen sich auch bei Herrn Bernhard Schneider von der Firma Schilling Architekten. Ein herzliches Dankeschön gilt schließlich unserem ehemaligen Schüler Paul Cremer, der den Kontakt zwischen Schule und Universität hergestellt hat.

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Weitere Blogbeiträge zu Franz Ferdinand Wallraf können Sie unter Schulprojekte "Wallraffs Köln" lesen.